Freitag, 8. Mai 2026

Nihilistischer patriarchaler Kapitalismus; Analyse der Gegenwart Teil 3

Wie ich dargestellt habe, ist der heutige Brutalkapitalismus der Feind der Menschheit. Er dient einigen Wenigen, die meinen, sich mit Geld alles kaufen zu müssen oder zu können. Viele stehen auch über den Gesetzen - entweder, weil sie die Gesetzgeber kaufen, oder weil sie sich von Konsequenzen freikaufen, oder weil viele vom Nimbus ihres Reichtums geblendet sind. Das sind zwar keine 5% der Menschheit, aber was diese Personen an Schaden anrichten, das entstammt den schlimmsten Dystopien. Das Problem ist, dass kaum jemand diese Leute stoppt in ihren Obsessionen von 'KI', Marsbesiedelungen, "Remigration", Energieverschwendung oder Klimakatastrophe. Die egozentrischen Überreichen haben ihre Bunker und ihre Exit-Strategien, sie leben nach dem Motto "nach uns die Sintflut". Sie haben jede Solidarität und jeden Bezug zur Menschheit hinter sich gelassen. Leider nicht nur sie, sondern auch ihre Fans und Speichellecker.

Man kann das alles als techno-autokratische Oligarchie bezeichnen, vor allem in den USA (ich schreibe das vor den Midterms). Es ist ein Tribalismus der Kaste der Überreichen und der von diesen gekaufen Politiker*innen, Richter*innen, Medienmacher*innen und Lobbyist*innen. Gemeinsam betreibt diese Kaste auch eine antimoderne Mythologisierung der Geschichte, in ihrem Kampf gegen irgendeine 'Wokeness' verbinden sie alles, das sie auslöschen wollen, das ihnen noch im Weg steht. Sie hassen Migrant*innen, Queere, Frauen, Klimaschutz. Sie hassen aber auch den Sozialstaat, der aktuell von rechtskonservativen, rechtsreaktionären, rechtsextremen, aber leider auch von ehemaligen sozialdemokratischen Parteien geschleift wird. Sie verbindet ein libertärer Hass auf den Staat insgesamt, genauso wie ein primitiv-naiver messianischer Glaube an irgendeinen Fortschritt, den sie in KI und in IT sehen, nach dem Motto "die Technologien werden es schon richten". Da irren sie aber, der Ökozid-Kapitalismus gibt sich erst zufrieden, wenn er sich selbst verschlingt, wenn er die Erde und die Menschheit längst verschlungen hat. Als letztes werden die überreichen Tech-Oligarchen sterben, aber sie werden sterben.

Als Feinde haben sie wie gesagt die meisten Frauen, queeren Menschen, Migrant*innen und Umweltschützer*innen ausgemacht, genauso wie die 'Antifa' und generell alles, das in ihren Augen links ist bzw. alles, das sie als "links" bezeichnen - und das ist heute sogar die katholische Kirche. Auch armutsgefährdete und armutsbetroffene Menschen stören das Bild der heilen fortschrittlichen Welt und gehören in ihren Augen ausgelöscht. Wobei dieser technologische Fortschritt in einem riesen Widerspruch zu ihrem Denken steht: nach außen bzw. technologisch gibt man sich progressiv; aber innen bzw. die Ideologie, die man vertritt, ist in höchstem Maße reaktionär. Die Oligarchen mitsamt ihren Politiker*innen und Lobbyist*innen wollen einen Tech-Faschismus bzw. bestärken den aktuellen Überwachnungs-Kapitalismus, in dem etwa Frauen nicht mehr werden wählen dürfen, in dem es für weiße Frauen keine Abtreibungen mehr gibt (Stichwort Eugenik) und in dem eigentlich alles, das nicht ihrer "Norm" entspricht, sowieso ausgelöscht gehört. Ihren Feinden unterstellen sie bei jeder Widerrede "Cancel Culture". Es ist die Vision der ultimativen Mannosphäre, ohne Gesetze, es gelten nur die Regeln des ultimativen Patriarchats. Wenn die Politik nicht bald tätig wird, dann wird der aktuelle Missstand noch viel schlimmer und im Endeffekt wird der globale Mannosphären-Faschismus genauso kommen. Die ersten Romane und Fachbücher mit solchen Dystopien gibt es jetzt seit fast 60 Jahren. Und der Faschismus selbst wurde schon einmal ausprobiert - es ist bekanntlich nicht so toll gelaufen.

Man fragt sich, weshalb so viele Menschen aus der Vergangenheit nicht lernen können und um jeden Preis jeden Fehler wiederholen möchten. Ist es wirklich allein Geld? Und Macht? Ist der Mensch an sich tatsächlich so einfach gestrickt? Auch heute noch? Das wäre in meinen Augen faktisch Nihilismus (mit Nihilismus meine ich hier die Sinnlosigkeit von Existenzen in endloser destruktiver Profitgier als Zweck an sich). Denn Geld und Macht sind (für mich) keine echten Werte, sondern bloße Besitztümer (keine Eigentümer! - für diese Differenz siehe österreichisches Sachenrecht), ohne Loyalität, ohne Vermächtnis, ohne Seele. Geld und Macht sind leere Hüllen, geborgtes Gut (zB durch Wahlen) oder an der Allmende gestohlenes Gut, die man erst mit wertvollem Inhalt füllen muss. Der Besitz von 40 Hypercars, 10 Häusern und 5 Firmen ist per se ersteinmal ein Nullwert. Ein Mann, der sich mit seinen Yachten brüstet, ist ersteinmal ein inhaltsloses Würstchen. Was einen Menschen zum Menschen macht, ist für mich der Gebrauch von Vernunft und Verstand für positive Veränderungen der Welt (Sapere Aude!). Damit meine ich den Einsatz für Solidarität, Schwache, Arme und Kranke; für Umwelt und Klima; für Menschenrechte und Freude im Leben möglichst vieler Menschen. Ein Lachen ist mehr wert als jeder materielle Besitz. Nihilistischer Kapitalismus ist ein Selbstzweck, er existiert nur für sich selbst - endet dieses System der unendlichen Profitmaximierung, endet auch (Über)Reichtum und damit der Lebensinhalt (sehr) vieler Männer und weniger Frauen. Ich habe nichts als Verachtung und Ironie für Menschen, die mit Besitz angeben, wobei das in Wahrheit die ärmsten Lebewesen von allen sind: innen drinnen öd und leer, ein wüstes Land. Eine Politik, die diesen Personen nicht das Handwerk legt, hat ebenfalls ihre Daseinsberechtigung verloren. Es wäre aber ebenfalls verkehrt, alle Politiker*innen über einen Kamm zu scheren und rechtsextrem zu wählen. Wie gesagt, man kann den Teufel nicht mit dem Beelzebub austreiben. Es gibt allerdings, man möchte es kaum glauben, anständige Parteien und Menschen in den Parlamenten dieser Welt, ich finde diese hauptsächlich in ökologischen Parteien, leider nur mehr selten in vormals sozialdemokratischen.

Zu von allen Werten befreitem Kapitalismus bzw. Profitmaximierung um ihrer selbst willen, gehört auch das Thema Bullshit-Jobs, auf das ich unbedingt eingehen möchte. Denn niemals zuvor in der Menschheitsgeschichte gab es so etwas in diesen Ausmaßen. David Graeber hat hier das entscheidende Buch geschrieben. Was sind die Gründe für das Entstehen von diesen Bullshit Jobs? 

1. Managerieller Feudalismus - anstatt Personal nach Bedarf einzustellen, korreliert das Prestige von Führungskräften heute oft mit der Anzahl der ihnen unterstellten Mitarbeiter, wie im historischen Feudalismus etwa die Anzahl der Lakeien eines Prinzen.

2. Ideologische Kontrolle - einerseits als Disziplinierungsmaßnahme, da Menschen, die 40-50 Stunden pro Woche arbeiten (bei Frauen kommen noch die ganze Care Arbeit und der ganze Mental Load dazu), eher nicht an Revolutionen oder an die Möglichkeit anderer Wirtschaftssysteme denken; ergänzend dazu gilt Arbeit als moralisch wertvoll oder sogar als moralisch essenziell und wer nicht arbeitet, als "amoralisch" oder "Schmarotzer".

3. Das Paradoxon des Kapitalismus - obwohl der Markt Ineffizienz eigentlich eliminieren sollte, wachsen administrative und managerielle Rollen im modernen Spät- bzw. Überwachungskapitalismus rasant an. Das gilt vielfach etwa im Finanz- und im Versicherungs- oder Immobiliensektor, wo auch die gewonnene Zeit mit neuen, künstlich geschaffenen Aufgaben gefüllt wird, aber nicht nur dort. Die berümt-berüchtigte Zettelwirtschaft hört und hört nicht auf, besonders, wenn es um sozialstaatliche Anträge geht - hier geht es auch darum, durch möglichst viel Bürokratie die Anspruchsberechtigten abzuschrecken, was besonders sadistisch und perfide ist.

4. Und am Wichtigsten - echte systemerhaltende Arbeit (für die während Corona brav geklatscht wurde), wie etwa in Pflege oder Bildung (bzw. im ganzen Sozialbereich, der nie von KI ersetzt werden kann), wird extrem schlecht bezahlt, da dieser Bereich hauptsächlich von Frauen besetzt sind und im Patriarchat werden Frauen sowie "klassische Frauenjobs" prinzipiell schlecht bezahlt. Dafür fließt sehr viel Geld etwa in PR- und Marketing-Abteilungen bzw. unendliche Werbekaskaden.

Die fünf Arten von Bullshit-Jobs sind nun:

1. Lakaien: sie dienen nur dazu, dass sich jemand wichtig fühlen kann - zB Empfangsmitarbeiter*innen in Firmen, die eigentlich keine Besucher haben, oder Assistent*innen, die nur Aufgaben erledigen, die der/die Chef*in eigentlich selbst übernehmen könnte und sollte. 

2. Schläger: sie existieren nur, weil andere Firmen auch diese Jobs vergeben und beinhalten ein aggressives Element - zB Lobbyisten, PR-Spezialisten, Firmenanwälte oder Telemarketing-Mitarbeiter.

3. Flickschuster: sie räumen permanent den Saustall der Vorgesetzten aus und wären ohne Job, würden Firmen über ordentliche Strukturen verfügen - zB IT-Mitarbeiter, die Softwarefehler manuell korrigieren, anstatt das System zu fixen.

4. Kästchenankreuzer: sie erstellen in erster Linie Berichte und Formulare, in erster Linie, aber nicht nur, damit ihr Arbeitgeber etwas behaupten kann, das nicht wahr ist - zB Compliance-Beauftragte (wenn sie nur pro forma existieren, Hallo ORF) oder Ersteller von internen Magazinen, die niemand liest (Hallo Wirtschaftskammer).

5. Aufgabenverteiler: entweder teilen sie Menschen Arbeit zu, die sie auch selbst übernehmen bzw. organisieren könnten, oder sie schaffen neue Bullshit-Aufgaben für andere, um ihre eigene Existenz zu rechtfertigen. 

Neoliberale und Kapitalisten behaupten immer, es dürfte im Kapitalismus keine Bullshit-Jobs geben. Ja, das stimmt, bzw. in einem funktionierenden Wirtschaftssystem gäbe es sie auch wirklich nicht - was nur einmal mehr zeigt, was für ein perverses und dysfunktionales System der (Spät)Kapitalismus in neoliberaler Ausprägung ist. Nur in einem nihilistischen System können solche Jobs existieren/bestehen und noch dazu hochbezahlt werden. Man sieht auch, die meisten Inhaber*innen von Bullshit-Jobs sind Männer. Das darf im patriarchalen Sadokapitalismus nicht wundern: Männer (er)schaffen anderen Männern solche hochdotierten Jobs, für die es sehr oft keine Qualifikationen braucht, sondern nur das übliche Männernetzwerk bzw. die üblichen Männerbünde. Das bringt mich wieder zurück zu den Tech-Oligarchen bzw. Tech-Faschisten: ihre Mannosphären sind unter anderem riesengroße Männerbünde, wo sich Männer gegenseitig mit (Bullshit-)Jobs und Einfluss (zB auf Politik) versorgen. Das Ziel ist unter anderem die totalte "Deregulierung", die im Gegensatz zur einfachen und wichtigen Ent-Bürokratisierung dem Faschismus Tür und Tor öffnet (wiewohl der Faschismus immer hochbürokratisiert daherkommt, aber nie für die Herrschenden, nur für die Beherrschten). Dieser Unterschied ist wirklich sehr wichtig und entlarvend! Wer von Deregulierung spricht, will ungezügelten menschenfeindlichen Brutalkapitalismus heutiger Prägung. Wer - wie ich - Entbürokratisierung möchte, etwa bei Ansuchen um Sozialhilfe oder Förderungen für Solaranlagen fürs Dach sowie insgesamt für weniger Zettelwirtschaft, meint es gut mit den Menschen und denkt an sinnvolle Vereinfachungen. Der Traum der Oligarchen und ihrer Herolde ist wie gesagt die totale Deregulierung, was in diesem Fall auch beispielsweise die "Befreiung" von Arbeits- und Sozialrechten, aber im Endeffekt auch von Menschenrechten miteinschließt. Und der Neoliberalismus ist erst zufrieden, wenn der gesamte Staat kaputtgespart ist (Spitäler, Pflegeheime, Bäder, Kuren...), wie es aktuell in Österreich, Deutschland und allen anderen (ehemaligen) Industrienationen versucht wird, in denen der öffentliche Sektor nicht schon kaputt ist (siehe UK). Ein anderes Ziel der ultimativen Mannosphäre ist der totale Ausschluss von Frauen von Führungspositionen, "zurück an den Herd" ist das Motto (siehe Tradwives). Ein nächstes Ziel ist die totalte Kontrolle über den Frauenkörper, über Medien, über Politik usw. In den USA (und andernorts) ist man gar nicht mehr so weit von diesen Zielen entfernt, was im Endeffekt auf einen patriarchalen Faschismus hinausläuft (Thema für einen der nächsten Blogbeiträge, ich möchte es hier nur kurz erwähnt haben).

Besonders enttäuschend und verräterisch ist es, wenn die vormals "sozial"demokratischen Parteien in Österreich und Deutschland nun bei diesen Projekten der unendlichen Deregulierung, der Zerstörung der letzten noch verbliebenen sozialen Sicherheitsnetze, der Schleifung von Klimaschutz, des gleichen Rassismus wie von den Rechtsrechten blindblöd mitmachen. Wenn SPÖ und SPD die Politik der Kickls und Weidels und Trumps und Mileis machen, für was sollte man sie noch wählen? Wo ist der Unterschied zwischen diesen und jenen? Am 1. Mai feiert man sich selbst und beschwört, dass es einen Unterschied mache. Aber dieser findet sich bestenfalls unter einem Mikroskop und wenn das der Anspruch dieser Parteien heute ist, dann wahrlich Gute Nacht. 

Leider ist auch die Solidarität des Mittelstandes bzw. des (Klein)Bürgertums Geschichte, wenn man etwa Zeitungsforen links wie rechts aufmerksam liest (das Kleinbürgertum ist wie immer am meisten gefährdet, in den Rechtsfaschismus abzudriften, gemeinsam mit den Subalternen, beide Gruppen entgegen ihrer eigenen Interessen)). Die Spalter, Lobbyisten und Spin-Doktoren der Kickls, Weidels, Trumps haben ganze Arbeit geleistet. Unter anderem das radikale wie radikal-unvernünftige Schonen von (großen) Vermögen zerstört gerade die gesamte westliche Demokratie. Seit den 1980ern ist nun diese eiskalte Klassenpolitik von oben, dieser sadistische Klassismus gegen unten, zu diagnostizieren. Nur die (nihilistischen) (Super)Reichen haben ein Interesse, dass das unbedarfte Volk die Mär von den nicht mehr existenten Klassen nachplappert, gehirngewaschen mit Unterstützung der meisten Mainstreammedien. Die größte Lüge des Teufels ist es, die Menschen glauben zu lassen, es gäbe ihn nicht. Ich glaube zwar nicht an Teufel und Dämonen, ich glaube aber an die alles zersetzende Macht der (Super)Reichen und wie sie in der petromaskulinen (Post-)Postdemokratie vermeintliche Staatenlenker sowie die leicht manipulierbaren Medien-Inkompetenten jeden Alters nach ihrem Gusto manipulieren bzw. korrumpieren.

Als letzten Punkt möchte ich aus aktuellen Gründen den großartigen Michel Foucault einbringen, genauer sein Werk "Überwachen und Strafen". Aktuell ist es nämlich auch einer der feuchten Träume der Rechten, finanziell arme Menschen wieder weitgehend wegzusperren, wenn sie etwa kleine Strafen nicht bezahlen können. In Deutschland ist das noch schlimmer, dort ist Schwarzfahren eine Straftat. Die sadistische Dimension dieser Perversion kann man nicht hoch genug bewerten. In Österreich will man nun beispielsweise verstärkt bei "Sozialmissbrauch" oder Nicht-Einbringung von Verwaltungsstrafen in Justizvollzugsanstalten einsperren. Das Absurde dabei: ein Tag Haft kostet ca. 170 Euro. Heißt: man sperrt Menschen weg, die dem Staat zB 200 Euro schulden und das kostet dann ein Vielfaches. Die Idee dahinter ist eiskalte sadistische Disziplinierung. Foucault hat wunderbar dargestellt, wie es von Folter- bzw. Leibstrafen zur heute omnipräsenten (teils unsichtbaren) Disziplinierungsstrafe (der "Seele")gekommen ist. Die gegenwärtige Gesellschaft zeichnet sich durch permanente Überwachung aus bzw. sollen alle Menschen permanent das Gefühl haben, überwacht zu werden - quasi sollen wir alle die ständige Möglichkeit von Überwachung verinnerlichen. Das nennt sich 'Panoptismus'. Die diesbezügliche Erziehung bzw. Disziplinierung beginnt in Kindergärten und Schulen und soll auch auf das Leben im nihilistischen Kapitalismus vorbereiten. Denn nichts fürchtet der kapitalistisch-patriarchale Staat mehr als echte mündige Bürger*innen, die gegen das hegemoniale Wirtschaftssystem sowie gegen das hegemoniale rechtsreaktionär-korrupte Politiksystem aufbegehren. Das Kuschen will also früh gelernt sein. Diese Machtausübung fabriziert unterworfene Körper. Durch ständige Disziplinierung (Drill, Zeitpläne, Übungen) werden Menschen zu pseudo-effizienten Rädchen im Getriebe unserer dysfunktionalen gescheiterten Gesellschaft gedrillt, Widerstand und Widerspruch unerwünscht. Und die permanente Überwachung erzeugt gleichzeitig unendliches Wissen über das Individuum (Akten, Statistiken, Psychologie), das wiederum genutzt wird, um das Individuum besser zu kontrollieren und zu normieren (heute auch für gezielte Werbung), es ist eine Endlosschleife. Hier passt auch der Begriff 'Biopolitik', der die Steuerung des gesamten „Gattungskörpers“ der Bevölkerung über Kampagnen, Rentensysteme, Städtebau usw. meint, um die "biologische Lebenskraft" des Staates zu sichern. Es geht hier wie da um Kontrolle, Überwachung und Disziplinierung. Die Ironie ist nun, dass ausgerechnet diejenigen am meisten von ihrer 'Mündigkeit überzeugt sind, die genau diese Konzepte wählen - nämlich die Wähler*innen des rechtsrechten FPÖVP-Einheitsbreies, die noch viel mehr Überwachen, Strafen und Disziplinierung möchten. Auch Armut, was gar nicht oft genug gesagt werden kann, und das Drangsalieren/Quälen von Arbeitslosen, Kranken, Behinderten usw. (also der Subalternen bzw. Marginalisierten) ist Teil der sadokapitalistischen Disziplinierungsmaschinerie, Armut ist politisch gewollt. 

Was hilft dagegen? Bücher lesen sowie schreiben, Blogs schreiben und lesen, bestimmte Podcasts machen und hören sowie Videos machen/schauen - und das alles immer weiter verbreiten! Also Aufklärungsarbeit, dort, wo sie noch sinnvoll ist, etwa in Schulen, Unis und auf social media. Leider sind gar nicht so wenige Leute heute für Demokratie verloren und dort bringt auch keine Aufklärungsarbeit noch irgendetwas. Man muss nicht jedem verlorenen Schaf nachhirschen. Die patriarchal-kapitalistische zukunftsvergessene Hegemonie gehört auf jeden Fall überwunden, (Über)Reiche gehören weitgehend enteignet! Ansonsten sehe ich schwarz für die Zukunft der Menschheit. 

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